Stephan Weil

Teil-Lockdown: Weil ruft zum Melden von Corona-Verstößen auf

Weil ruft zum Melden von Corona-Verstößen auf

  • Am ersten Tag der neuen Corona-Beschränkungen hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil dazu ermutigt, Regelbrüche zu melden.
  • Alle Bürger müssten beim Infektionsschutz mitwirken.
  • Für eine Diskussion über mögliche Lockerungen sei hingegen noch nicht der richtige Zeitpunkt.

Quelle: RND, 02.11.2020

Petra Köpping

Gesundheitsministerin stimmt Sachsen auf lange Pandemie ein

 
Gesundheitsministerin stimmt Sachsen auf lange Pandemie ein

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Quelle: t-online, 05.11.2020


Reaktion auf Infektionsgeschehen

Neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen ab Sonnabend

 

Petra Köpping
Sachsens Gesundheitsministerin Köpping stellte die neue Verordnung auf einer Pressekonferenz vor. (Archivbild) Bildrechte: dpa
 
Quelle: mdr, 22.10.2020

Jeff Bezos

Aktienpaket verkauft Amazon-Chef Bezos macht Kasse

 

Amazon-Chef Bezos macht Kasse

Der Amazon-Konzern gilt als großer Gewinner in der Corona-Pandemie. Seit Jahresanfang hat der Aktienkurs rund 70 Prozent zugelegt. Das nutzt Amazon-Boss Jeff Bezos, um Aktien zu verkaufen und Milliarden einzustreichen.

Quelle: tagesschau.de, 05.11.2020

Helge Braun

Steigende Infektionszahlen

Kanzleramtsminister Helge Braun: Verstöße gegen Corona-Regeln sind "gesellschaftsschädigendes Verhalten"

 

Verstöße gegen Corona-Regeln sind "gesellschaftsschädigendes Verhalten
Deutschlands mächtigster Mediziner: Helge Braun, 48, in seinem Büro im Kanzleramt. Der CDU-Politiker ist ausgebildeter Narkosearzt. Der Basketball erinnert an seine Jugend: Da spielte er beim MTV 1846 Gießen
© Carolin Windel
 
Quelle: stern.de, 21.10.2020

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Gerry Foitik

Rot-Kreuz-Chef: "Masken auch zuhause tragen"

 

Rot-Kreuz-Chef: "Masken auch zuhause tragen"

Gerry Foitik mit Smiley-Maske                  Screenshot ORF

Masken müssen selbstverständlich werden, meint Gerry Foitik. Auch in Büros und in Privatwohnungen empfiehlt er das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.
 
Quelle: heute.at, 20.10.2020
 

Corona-Propagandist bei gespenstischem Masken-Auftritt im ORF entlarvt

 

Corona-Propagandist bei gespenstischem Masken-Auftritt im ORF entlarvt

In Österreich gibt man jetzt offen zu, die PCR-Tests manipulativ und politisch gesteuert einzusetzen. Das ist ein weiterer Meilenstein im immer dreister werdenden Corona-Betrug. Wie sich die ertappten Darsteller dann herauswinden, tut fast schon beim Zuschauen weh. Man sollte aber genau hinschauen!

Quelle: Wochenblick.at, 20.10.2020

 
 

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TAZ

Trump und seine Wählerschaft: Sie wissen, was sie tun

Was die Wahlnacht jetzt schon zeigt: Millionen US-Amerikaner.innen haben kein Problem mit einem Präsidenten, der demokratische Institutionen schleift.

US-Präsident Donald Trump mit Ehefrau Melania Trump

Geben sich siegessicher: US-Präsident Donald Trump mit First Lady Melania Trump Foto: Carlos Barria/reuters

Egal wie diese Wahl am Ende dann ausgeht, das Ergebnis ist in jedem Fall dramatisch. Die Erkenntnis, die man aus dieser Nacht nur ziehen kann, lautet, dass Millionen über Millionen von US-Amerikaner.innen kein Problem damit haben, einen rassistischen Antidemokraten zu ihrem Präsidenten zu wählen, der das Land ungeschützt in die Coronakrise hat schlittern lassen. Man kann für ebendiese Wahl vor vier Jahren noch ein paar Ausreden finden. In diesem Jahr gibt es keine. Denn sie wissen, was sie tun.

240.000 Coronatote in den USA? Kein Problem, Corona ist ja praktisch morgen schon wieder vorbei, sagt das Trump nicht? Demokratische Prozesse? Demo-was? Die Wirtschaft läuft doch prima. Und der Verlauf dieses Jahres hat schließlich gezeigt, dass die US-Wirtschaft stark genug ist, die Auswirkungen der Pandemie wegzustecken. Der Dow Jones liegt rund 10.000 Punkte über dem Stand, den man gesehen hat, als Barack Obama das Weiße Haus verließ. Was will man mehr?

Trump ist für einen Teil der Bevölkerung anschlussfähig

Diejenigen US-Amerikaner.innen, die Donald Trump gewählt haben, betrübt nicht, dass Trump die demokratischen Institutionen schleift, die öffentliche Meinung mit Lügen füttert und Politik auf der Grundlage von Hass und Hetze betreibt. Denn das sind nicht die Kriterien, die das Bewusstsein vieler Amerikanerinnen und Amerikaner bestimmen.

Donald Trump ist anschlussfähig an einen Teil der Bevölkerung, dem all das, was man unter dem Stichwort moderne Gesellschaft fassen könnte, zuwider ist. Sie verabscheuen die Gleichmacherei, die staatlich exekutierte Sozialpolitik, die Abwendung von christlichen Werten und die Akzeptanz von Abtreibung und Ehe für alle. Wenn man diese Vereinigten Staaten auf ihren Kern reduziert, dann klingt das so: Gemeinsinn ist eine europäische Erfindung, jeder ist seines Glückes Schmied, und was zählt ist: individuelle Stärke und persönliches Fortkommen in einer Aufstiegsgesellschaft – und natürlich der Börsenkurs.

Und dieser Teil der Bevölkerung geht, das hat diese Nacht gezeigt, weit über Trumps Kernklientel hinaus. Selbst Angehörige von Minderheiten stellen offenkundig in Scharen Bedenken zugunsten dieses uramerikanischen Prinzips zurück.

Nichts ist final entschieden

Sollte Trump Präsident bleiben – er selbst hat sich dazu bereits erklärt und hat angekündigt, den Supreme Court anzurufen –, dann haben ihm diese Wähler.innen Carte blanche gegeben. Trump wäre nicht mehr daran gebunden, wiedergewählt werden zu müssen. Intern hat er längst angekündigt, all die lästigen Behinderungen und Bedenkenträger aus dem Weg räumen zu wollen, die ihn an einem gradlinigen Kurs noch hindern. Trump pur birgt noch eine Menge Potenzial.

Noch ist nichts final entschieden. Aber schon jetzt gibt es Grund genug zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, Amerika, und auf Wiedersehen in besseren Zeiten.

Barbara Junge

Chefredakteurin

Barbara Junge

taz-Chefredakteurin, ehemals US-Korrespondentin & Büroleiterin des Tagesspiegel in Washington. Schwerpunkte Rechtspopulismus, USA, transatlantische Politik, Datenschutz und digitale Transformation der taz.

Quelle: taz, 04.11.2020

Farbmarkierungen vom Seiteninhaber.

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Jutta Ditfurth

Twitteraccount von Jutta Ditfurth

Wenn es Hexen gäbe und ich eine wäre, dann wünschte ich mir, dass alle Teilnehmer:innen von #b2908 #BE2908 an #COVID19 erkrankten, gemeinsam (Hauen und Stechen) in Quarantäne müssten und keinen Anspruch auf Gesundheitsversorgung hätten (Corona gibt es ja nicht).

29.08.2020

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Arthur Schopenhauer

„Wir sind nicht nur

für das verantwortlich,

was wir tun,

sondern auch für das,

was wir widerspruchslos

hinnehmen.“

Arthur Schopenhauer

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Ständige Vertretung

Berliner Kneipe im Regierungsviertel

"Ständige Vertretung" verhängt Hausverbot gegen Merkel und Müller

 

Die Geschäftsführer der Ständigen Vertretung Jörn Peter Brinkmann (links) und Jan Philipp Bubinger

Foto: picture alliance / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Quelle: BZ, 31.10.2020

Corona-Verschwörungsmythen

Impfzwang, 5G und Co.Die verrücktesten Corona-Verschwörungsmythen - Darum sind sie falsch

In der Corona-Krise sind allerhand sogenannte Verschwörungstheorien im Umlauf. "Böse Kräfte" sollen hinter der Pandemie stecken, von Zwangsimpfung und Überwachung ist die Rede. Für einige Menschen war dieses Gedankengut am Wochenende ein Antrieb, in Berlin gegen die Corona-Politik und die Corona-Beschränkungen zu demonstrieren. Was steckt wirklich hinter den einzelnen Mythen? BRISANT klärt auf.

Berlin Anti-Corona-Demo
Bildrechte: dpa

In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit. Aus diesem Grund dürfen hierzulande auch verschwurbelte, zum Teil komplett durchgeknallte Verschwörungstheorien verbreitet werden. Das passiert meist auf Internetseiten, per Social Media oder dem Messengerdienst Telegram - vermehrt aber auch auf Demonstrationen, wie am vergangenen Wochenende eindrucksvoll in Berlin geschehen. Der Ton unter den Corona-Skeptikern, Maskenpflicht-Gegnern und Verschwörungstheorie-Anhängern war teilweise rau und aggressiv. Nachdem zuvor von einer Rednerin behauptet worden war, dass sich Donald Trump in der Stadt aufhalten würde, versuchten einige sogar den Reichstag zu stürmen.

 

Tausende zogen am Wochenende bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen durch Berlin. (Archiv) Bildrechte: dpa

Worum geht es bei den sogenannten Verschwörungstheorien?

Die sogenannten Verschwörungstheorien ätzen gegen etablierte Wissenschaften, das politische System oder gegen eine "dunkle globale Elite". Von "Corona-Diktatur" ist die Rede, von "Bevormundung des Bürgers", von der Erschaffung einer "neuen Weltordnung" durch böse Mächte. Frei äußern dürfe man das aber nicht, es herrsche "Zensur". Oft werden in diesem Zusammenhang Politiker, Journalisten, Klimaforscher und Mediziner als die "finsteren geheimen Wissensträger" genannt.

Die Mythen bieten klare Feindbilder und einfache Erklärungen für komplexe Zusammenhänge. Belege gibt es (natürlich) nicht. Sachliche Argumente seitens der Kritiker werden angezweifelt oder geleugnet. Daher greift auch der Begriff "VerschwörungsTHEORIE" ins Leere. Es handelt sich hierbei um keine Theorien, sondern um die individuelle Weltsicht einer Minderheit.

Es gibt die Basis-Verschwörungstheorie von einer bösen globalen Elite, die alle Bürger heimlich kontrolliert. Und es gibt die wenigen kritischen Guten, die diese Wahrheit kennen.

 

Bildrechte: dpa

Mythos 1: Das Coronavirus ist harmlos

Die Idee von einer "normalen" Grippe bzw. einer Erkältung hielt sich am Anfang der Pandemie, im Januar und Februar. Alles nur Hysterie, hieß es.

Was ist dran?

Die verstorbenen Patienten und Todesfälle beim medizinischen Personal sind nicht erfunden. Noch steigen die Infiziertenzahlen an, es gibt keine Impfung, kaum eine Therapie außer intensivmedizinischer Beatmung. Eine Infektion mit dem Corona-Virus kann tödlich enden - vor allem, weil der menschliche Körper das Virus noch nicht kennt. Niemand auf der Welt ist gegen Sars-CoV-2 von vornherein immun.

Unklar bleibt auch, warum "die Eliten" eine Pandemie erfinden sollten. Denn der wirtschaftliche Schaden durch einen Lockdown, der die Verbreitung des Virus verhindern soll, geht in die Milliarden.

Mythos 2: Das Coronavirus ist eine Biowaffe und stammt aus einem Labor

Wahlweise stammt das neuartige Virus aus einem Labor in Wuhan oder den USA. Zumeist russische Medien verbreiten Spekulationen, das Virus könnte als Biowaffe im "Lugar Centre for Public Health Research" in Georgien entwickelt worden sein. Die USA haben dieses Labor aufgebaut und ausgestattet.

Was ist dran?

In Wuhan wurde Anfang 2015 das Wuhan Virologie-Institut eingeweiht - das bislang einzige offizielle chinesische Labor der biologischen Schutzstufe 4. Nur diese Hochsicherheitseinrichtungen dürfen mit Biostoffen der höchsten Risikogruppe arbeiten. Bislang wird aber davon ausgegangen, dass das neuartige Coronavirus seinen Ursprung auf dem Wildtiermarkt in Wuhan hatte.

Mythos 3: Es soll eine neue Weltordnung geschaffen werden

Geheimgesellschaften wollen die Krise ausnutzen und eine autoritäre Weltordnung errichten. Oft im Zusammenhang mit Militärpräsenz, dem Zusammenbruch des Finanzsystems und Abschaffung der Bürgerrechte.

Was ist dran?

Die Idee einer "Neuen Weltordnung" (NWO) ist ein beliebter Verschwörungs- und Esotherikermythos in rechtsextremen Kreisen und besteht seit den 1990er-Jahren. Zumeist sind "die Juden" das Feindbild. Je nach Auslegung wollen aber sogar Vampir-Außerirdische die Menschheit versklaven! Auch Reichsbürger, die Deutschland nicht anerkennen, weil sie es für eine GmbH halten, propagieren eine "neue Welt".

Mythos 4: Bill Gates will die Menschheit zwangsimpfen und überwachen

Die Bevölkerung soll aufgrund ihrer Angst vor dem Coronavirus dazu gezwungen werden, sich impfen zu lassen. Geldgierige Geschäftsleute rund um Microsoft-Gründer Bill Gates hätten bereits ein Patent auf den Impfstoff angemeldet. Auf diese Weise könne auch gleich ein winziger Mikrochip in den Körper injiziert werden, um die "totale Kontrolle" über die Menschen zu erhalten. Gates könnte dann seinen lange vorbereiteten Plan zur Entvölkerung der Welt umsetzen.

Was ist dran?

In Deutschland gibt es keinen Impfzwang. Niemand wird betäubt, gefesselt und dann gegen seinen Willen gepiekt! Seit dem 1. März 2020 besteht eine Impfpflicht gegen Masern für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten. Sonst droht ein Bußgeld.

Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus steht derzeit auch nicht zur Debatte - es gibt ja nicht einmal einen Impfstoff.

Die Behauptungen über Bill Gates als alleinigen Drahtzieher der Pandemie basieren zumeist auf wenigen Zitaten, die aus dem Kontext gerissen oder bewusst falsch interpretiert werden. Gates schrieb im März, dass irgendwann "digitale Zertifikate" Auskunft darüber geben könnten, wer eine Infektion mit dem Coronavirus bereits durchgestanden hat oder dagegen geimpft ist. Ähnliches hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem Gesetzesvorschlag vorgeschlagen: einen Immunitätsausweis. Damit beschäftigt sich mittlerweile der Ethikrat.

Fakt ist: Bill Gates und seine Frau unterstützen über ihre Stiftung die Forschung an einem Corona-Impfstoff. So wie sie seit Jahren Impfstoffe gegen andere Krankheiten erforschen lassen. Auch hat er große Summen an die Weltgesundheitsorganisation WHO gespendet. Die lebt aber ohnehin zuvorderst von Privatspenden.

Tatsächlich existieren Patente auf bestimmte Gensequenzen der Coronaviren. Allerdings gibt es sieben bekannte Coronaviren und keines der Patente bezieht sich auf Sars-CoV-2.

Virologe Matthew Frieman von der Universität Maryland sagte der Seite factcheck.org, dass eine der Gensequenzen während des SARS-Ausbruchs 2003 isoliert und patentiert worden sei. An einem künstlich veränderten, weniger gefährlichen Coronavirus wird zudem zur Impfstoffentwicklung gegen eine Geflügelkrankheit geforscht.

Bill Gates hat keinesfalls vor, die Menschheit zu unterjochen. Bildrechte: imago images / ZUMA Wire / Javier Rojas

Mythos 5: 5G verbreitet das Coronavirus

Die neuen 5G-Sendemasten sind für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich. In Großbritannien wurde daher unter vielen Masten Feuer gelegt. Auch die Menschen in Wuhan sollen an der Strahlung von 5G erkrankt und gestorben sein, nicht aber am Virus. Wahlweise aktiviere die Strahlung das Virus auch erst. In Afrika gebe es keine Corona-Toten, weil es dort kein 5G-Netz gebe.

Was ist dran?

Nichts. Die blinde Zerstörungswut verhindert nur, dass Rettungssanitäter, die dringend auf schnelle Mobilfunkleistung angewiesen sind, rechtzeitig zum Einsatzort gelangen. 5G bedeutet nur die fünfte Generation der drahtlosen Netzwerktechnologie. Sie wird über Mobilfunkmasten durch Funkwellen übertragen, welche aber nicht-ionisierend sind, sprich: sie schädigen nicht die DNA im Zellinneren des menschlichen Körpers.

Sars-CoV-2 brach in Wuhan aus, 5G wurde aber zuerst in Südkorea und in Teilen der USA aktiviert. Gerade einmal zehn Prozent von Wuhan sind zudem mit 5G ausgestattet! Und Corona-Tote, die gibt es mittlerweile leider auch zahlreich in Afrika zu beklagen.

 

Ein Graffiti in England: "5G bringt den Tod" Bildrechte: imago images / i Images /Martin Wheatly

Mythos 6: Finstere Mächte kontrollieren unsere Gedanken

Auf Demonstrationen gegen Einschränkungen in der Corona-Krise tragen einige Teilnehmer eine aus Alufolie geformte Kugel an einem Band um den Hals oder am Revers, andere haben sich aus der Folie einen Hut gebastelt. Die Alukugel-Kette ist ein Verweis auf den sogenannten Aluhut. Der soll, so glauben manche Verschwörungstheoretiker, den Kopf des Trägers vor schädlicher Strahlung oder einer Kontrolle der Gedanken durch finstere Mächte schützen.

Was ist dran?

Nichts! Selbst gestandene Neurologen befinden sich in Sachen Gedankenlesen noch im Anfangsstadium. Und: Sie benötigen selbst dafür Hunderte Elektroden, die am Gehirn angeschlossen werden.

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Aluhut längst zu einer abwertenden Bezeichnung für Verschwörungsgläubige geworden.

Mythos 7: Kinder werden von der "Elite" entführt und ausgebeutet (QAnon-Bewegung)

Angeblich sollen zahlreiche Hollywoodschauspieler, Politiker, hochrangige Beamte und das Kinderhilfswerk UNICEF an einem internationalen Kinderhändlerring beteiligt sein, der Kinder entführt, zur Prostitution zwingt und sexuell ausbeutet. Die Kinder müssten zum Amüsement der "Eliten" gegeneinander kämpfen, außerdem würden sie das Blut der Kinder trinken. Bilder wie aus einem Horrofilm, die auch Sänger Xavier Naidoo schon verbreitet hat.

Was ist dran?

Nichts! Diese und andere, ähnlich absurde Legenden entstammen der sogenannten QAnon-Bewegung, die in den USA im Jahr 2017 ihren Anfang genommen hat. Wer genau dahinter steht ist unklar. QAnon ist keine Organisation oder feste Struktur, sondern eine lose Bewegung, die sich im Netz gebildet hat und zunehmend auch in der realen Welt zu sehen ist, so wie bei den Demonstrationen in Berlin.

Nicht selten haben die QAnon-Aussagen mehr oder weniger versteckte antisemitische Konnotationen. Reale Ereignisse werden oft als Indizien oder Beweise für die Behauptungen gedeutet. Und: Es kommt immer wieder zu düsteren Prophezeihungen. Bewahrheitet hat sich bislang jedoch keine einzige.

Mythos 8: Das Berliner Trinkwasser ist vergiftet, um die Bevölkerung ruhig zu stellen

Ein Verdacht, den Kochbuch-Autor Attila Hildmann in einer seiner Tiraden geäußert hat. Eine Idee, die Erinnerungen an uralte Verschwörungsmythen weckt. Als im Mittelalter die Pest ausbrach, wurden Juden beschuldigt, die Brunnen vergiftet zu haben.

Was ist dran?

Nicht nur in Berlin, überall in Deutschland finden von verschiedensten Seiten immer wieder Trinkwasser-Kontrollen statt. Mittlerweile müsste nun wirklich mal eine kontaminierte Probe aufgefallen sein ...

Gefährlich: Rechtsextreme nutzen Corona-Angst für ihre Zwecke

Vorrangig geht es bei den Demos um die "Verteidigung der Grundrechte", die während der Corona-Pandemie beschnitten bzw. eingeschränkt werden, um die unkontrollierte Verbreitung des Virus zu verhindern. Aber im Hintergrund mischen Verschwörungstheoretiker, Rechtspopulisten und radikale Impfgegner mit, sie treten auch als Redner auf.

Tatsächlich gibt es eine Verbindung zwischen Verschwörungsideologie und Rechtspopulismus, sagt der Tübinger Professor Michael Butter: "Beide lösen komplexe politische Themen in einen Gegensatz von Gut und Böse auf. Auf der einen Seite die Verschwörer beziehungsweise die Eliten, auf der anderen Seite die Opfer der Verschwörung oder das einfache Volk."

Hand in Hand mit rechtsradikalen Ideen geht auch linksextremes Gedankengut. Ein etwaiger Zusammenbruch der Gesellschaft solle genutzt werden, um zu plündern und zu sabotieren. Auch Islamisten versuchen, die Pandemie für ihre Propagandazwecke auszunutzen. Für sie ist das Coronavirus der Soldat Allahs.

 

Quelle: MDR.de, 03.08.2020

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